Regulatorik & Realität - Folge 10 – Fünf Preise. Und eine leere Spalte.

Shownotes

Fünf Anbieter haben seit dem 21. August ihre Konditionen für das Altersvorsorgedepot genannt. Alle liegen deutlich unter der gesetzlichen Kostengrenze. Keiner nennt öffentlich einen Partner für die lebenslange Rente. Darum geht es in dieser Folge – und um die Frage, wer diese Lücke gerade füllt.

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00:00:23: Hallo Dana, hallo zusammen!

00:00:26: Für alle die neu dazugekommen sind, beide Stimmen sind synthetisch.

00:00:30: Mario ist ein Voice-Clone seiner echten Stimme – meine ist eine deutsche Sprecherstimme!

00:00:35: Die Themen, die Fakten und die Haltung dahinter sind von Menschen gemacht.

00:00:39: Mario du hast am Wochenende etwas gemacht das Du selbst als langweilig beschrieben hast.

00:00:45: Ich habe mir die Preisplätze der Altersvorsorge depost nebeneinander gelegt Alle die seit dem einundzwanzigsten August veröffentlicht wurden.

00:00:52: Das sind fünf Anbieter.

00:00:55: Und?

00:00:55: War es langweilig?

00:00:57: Bis zu dem Moment, in dem ich nach einer bestimmten Spalte gesucht habe.

00:01:00: Nämlich der, in der steht wer am Ende die lebenslange Rente zahlt.

00:01:05: Und?

00:01:06: Die gibt es in keinem der fünf!

00:01:08: Fünf Anbieter haben ihre Preise genannt, keiner hat gesagt, wer die Rente bezahlt.

00:01:13: Damit fangen wir an.

00:01:15: Damit fahren wir an und wenn ich die Folge auf drei Fragen zusammenziehen müsste wären es diese Wer bestimmt das Tempo Was passiert, wenn Wechsel zum Normalfall wird?

00:01:26: und wer zahlt am Ende eigentlich die Rente?

00:01:29: Die dritte hast du gerade schon gestellt.

00:01:32: Die Dritte ist die bei der ich keine Antwort gefunden habe.

00:01:35: Am Ende korrigiere ich dann noch eine Frist, die in der letzten Folge zu knapp gerechnet haben.

00:01:41: Dann Thema eins Fünf Preisplätter in drei Wochen.

00:01:46: Das klingt nach einem Markt, der plötzlich aufwacht.

00:01:50: Der ist nicht aufgewacht – der rennt.

00:01:53: Scalable Capital hat am XXI.

00:01:55: August angefangen, Standarddepot ohne Gebühren – Vorkosten höchstens Nullkommar Eins Fünf Prozent im Jahr.

00:02:03: Die DECA nennt seit dem neunten September Null Komma Eins Prozent fürs Standarddepots.

00:02:09: Quirion ist kostenfrei.

00:02:11: Smartproker Plus gibt drei Jahre lang auch die Vorkosten zurück Aber nur bis von zwanzigtausend Euro Anlagevolumen und danach nur, wenn man mindestens fünfzehn Mal im Jahr handelt.

00:02:24: Was ein bemerkenswerter Satz ist für ein Altersvorsorgeprodukt

00:02:28: Das isst er!

00:02:30: Und die Ihengi nennt bis heute überhaupt keine Kondition.

00:02:34: Die gesetzliche Obergrenze liegt bei einem Prozent

00:02:37: Wo die ersten Standardangebote liegen teils um eine Größenordnung darunter bevor der Markt überhaupt eröffnet hat.

00:02:45: Ein Punkt gehört dazu, das sind alles Ankündigungen.

00:02:48: Verbindlich wird es mit der Zertifizierung und dem Preis- und Leistungsverzeichnis.

00:02:54: Und jetzt kommt die Spalte, die fehlt – in keiner dieser Ankündigung steht wer die lebenslange Leibrente darstellt!

00:03:02: Smart Broker Plus macht es auf der Produktseite sogar richtig.

00:03:06: Da stehen beide gesetzlichen Wege, Leibrente oder Auszahlungsplan mindestens bis zum vollendeten fünfundachtzigsten Lebensjahr – nur eben ohne einen Partner, den die Leibrenne dann

00:03:19: zahlt.".

00:03:20: Gibt es irgendeine Kooperation?

00:03:22: Keiner der fünf nennt öffentlich einen Partner.

00:03:25: Und ich habe bis zum fünften September auch keine einzige Meldung gefunden, in der ein Depotanbieter und ein Lebensversicherer zusammengehen – nicht eine!

00:03:35: Du hast in der letzten Ausgabe die Produktverantwortlichen bei Versicheren gefragt ob sie die Auszahlungsphase im Konzept haben?

00:03:42: Die Antwort aus dem Markt fällt breiter aus als meine Frage.

00:03:46: Ich dachte das sei ein versicherer Problem.

00:03:48: Die planen bis fünfundsechzig und hören dann auf.

00:03:51: Öffentlich sichtbar ist die Auszahlungsphase bislang bei allen offen, auch bei denen sie gerade den Preis machen.

00:04:04: Für das Kind sind es in sechzig Jahren schlimm – für einen Anbieter ist es heute eine offene Flanke.

00:04:11: Wer den Vertrag beim Sechsjährigen gewinnt und mit fünfundsechzig keine Antwort hat verliert ihn genau dann wenn das Kapital am größten.

00:04:20: Und wer die Antwort hat, verhandelt gerade in einem Markt ohne Vergleichspreis.

00:04:25: Das ist selten und es hält nicht lange.

00:04:29: Thema zwei Am siebten September ist auf der Barfenseite ein Interview erschienen

00:04:35: Mit Julia Wienz Exekutivdirektorin der Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht Die Kollegin deren Vornamen ich in Folge Acht einem anderen zugeordnet hatte.

00:04:46: Diesmal stimmt es – die Überschrift lautet Das Kundenbedürfnis muss maßgeblich sein.

00:04:54: Klingt so, aber hier redet sie über Bilanzen.

00:04:58: Erster Satz ich zitiere vor allem dann wenn Bestands Kundinnen oder Kunden ihr Kapital auf einen Vertrag bei einem anderen Anbieter übertragen wollen.

00:05:08: das kann zu hohen Mittelabflüssen und somit Liquiditätsbedarfen führen.

00:05:12: also Wenn viele gleichzeitig gehen muss Geld da sein

00:05:17: Genau.

00:05:18: Und weil das neue Produkt den Wechsel ausdrücklich kostenfrei stellt, ist das keine theoretische Überlegung mehr.

00:05:25: Zweiter Satz und der ist er eigentlich harte?

00:05:29: Bisher ist bei Lebensversicherern ein Stornohaftungszeitraum von fünf Jahren üblich – Das wird der neuen Risikolage unter Umständen nicht gerecht.

00:05:41: Die Stornohaftungszeit ist der Zeitraum, in dem der Vermittler die Abschlussprovision antheilig zurückzahlen muss wenn der Vertrag wieder weg ist.

00:05:50: Fünf Jahre sind der Marktstandard.

00:05:52: Die Aufsicht sagt bei einem Produkt das den Wechsel einlädt könnten fünf Jahre zu kurz sein.

00:05:58: und dann sagt Wiens noch einen dritten Satz den ich in diesem Zusammenhang bemerkenswert finde eine rein provisionsgetriebene Vertriebssteuerung ist aufsichtsrechtlich unzulässig.

00:06:09: Punkt Das ist kein neuer Rechtssatz, den gibt es lange.

00:06:14: Neu ist wann er gesagt wird – sechzehn Wochen vor dem Produktstart und bevor die Provisionsmodelle für zwei tausend siebenundzwanzig kalkuliert sind.

00:06:24: Unter Umständen nicht gerecht.

00:06:26: ist dabei Aufsichtssprache für?

00:06:29: Wir sehen uns das an!

00:06:31: Kein Rundschreiben keine Frist keine Vorgabe.

00:06:35: Was heißt das praktisch für ein Haus dass gerade rechnet

00:06:39: Die fünf Jahre nicht als Konstante führen, sondern als Variable.

00:06:43: Wer jetzt eine zweite Variante durchrechnet hat ein Modell in der Schublade.

00:06:48: Wer es später macht, macht das unter Zeitdruck und mit einem Schreiben auf dem Tisch.

00:07:00: Die Aufsicht geht einen Schritt weiter als ich.

00:07:02: Ich habe gefragt, was so ein Bestand wert ist?

00:07:05: Sie fragt ob die Provision darauf nach fünf Jahren verdient ist.

00:07:10: Thema drei und das ist eine Zusage aus der letzten Folge Du wolltest dir ansehen, was die Länder an der Frühstadtrente ändern wollen.

00:07:20: Die kann ich einlösen – und zwar ziemlich frisch!

00:07:23: Die Empfehlungen der Ausschüsse sind am elften September erschienen sieben Seiten.

00:07:27: entschieden wird darüber am fünfundzwanzigsten im Plenum.

00:07:31: Vorher das Verfahren, da war doch etwas Ungewöhnliches.

00:07:35: Am siebten September hat die Bundesregierung den Entwurf in dem Bundestag eingebracht als besonders eilbedürftige Vorlage nach Artikel seventy-sech Absatz zwei Satz vier Grundgesetz Das heißt ohne die Stellungnahme der Länder abzuwarten.

00:07:50: Der Bundesrat berät also über Etwas dass schon im Bundestag liegt.

00:07:55: Genau, und mehr muss man sich vom Verfahren eigentlich gar nicht merken.

00:07:59: Ein normaler Vorgang den das Grundgesetz ausdrücklich vorsieht – aber er sagt etwas über die Taktung!

00:08:06: Wer darauf gesetzt hat dass die Länderkammer bremst und man deshalb Luft bis zum Frühjahr hat, plant falsch.

00:08:13: Dann zu den Anträgen.

00:08:14: was wollen die Länder?

00:08:16: Fünf Punkte Drei davon gehören auf jeden Produkttisch.

00:08:20: Der Finanzausschuss will die steuerliche Förderung auf einen Vertrag je Kind begrenzen – bis achtzehn.

00:08:27: Denn das Steuerrecht erlaubt ab Januar zwei geförderte Verträge.

00:08:31: Neben dem mit der staatlichen Frühstaatrente ließen sich also nochmal knapp siebentausend Euro im Jahr privilegiert anlegen, zusammen fast vierzehntausend.

00:08:45: Und genau so steht es in der Begründung – nicht erforderlich für den Förderzweck im Spannungsverhältnis zur Chancengleichheit.

00:08:54: Der zweite Antrag kommt aus dem Sozialausschuss und er setzt genau da an, wo vorhin unsere Lehre Spalte war.

00:09:04: Für Kinder deren Eltern keinen eigenen Vertrag abschließen läuft eine kollektive Anlage, deren Investmentanteile die Deutsche Bundesbank hält.

00:09:14: Der Sozialausschuss bittet jetzt um eine Regelung, mit der diese Ansprüche ab achtzehn in ein Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft überführt werden können.

00:09:24: Als opt-in – hilfsweise als opt out

00:09:28: Ein staatliches Altersvorsorgedepot.

00:09:31: Und das ist keine Idee!

00:09:33: Das ist geltendes Recht.

00:09:35: Im Zertifizierungsrecht steht seit Mai eine Ermächtigung für genau das.

00:09:39: Die Bundesregierung darf ein Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft per Rechtsverordnung umsetzen, ohne Zustimmung des Bundesrates.

00:09:49: Der Träger gilt dann als Anbieter im Sinne des Steuerrechts.

00:09:56: Es fehlt nur die Verordnung.

00:09:58: Und der dritte Antrag wieder vom Finanzausschuss drückt aufs Tempo.

00:10:03: Die Synergien zwischen Frühstaatrente, der geplanten gesetzlichen Kapitalrente und dem öffentlichen Angebot sollen mit höchster Priorität geprüft werden – rechtzeitig bevor die Strukturen festgelegt sind.

00:10:22: So würde ich es lesen!

00:10:24: Fünf private Anbieter machen den Preis in der Ansparphase und keiner sagt, wer die Rente zahlt.

00:10:30: Der Gesetzgeber hat für diese Strecke die Rechtsgrundlage schon geschaffen.

00:10:35: Wer als Anbieder darauf keine Antwort hat, überlässt das Feld also nicht unbedingt einem Wettbewerber.

00:10:41: Richtig ist der Zusatz – Das sind Empfehlungen!

00:10:50: Und genau an der Kapitalrente läuft das mit der Betriebsrente zusammen.

00:10:54: Am achtundzwanzigsten August haben vierzig Pausionskassen eine Öffnungsklausel gefordert, damit die geplanten zwei Prozentpunkte auch in bestehende Pausionskassen fließen können.

00:11:06: Sie warnen vor Verträngungseffekten zu Lasten der zweiten Säule.

00:11:10: Der Punkt ist arithmetisch.

00:11:13: Zwei Prozentpunkts gehen einmal – wer sie in gesetzliche Säulen schickt hat sie in der zweiten nicht mehr!

00:11:20: Und jetzt die Korrektur.

00:11:22: In der letzten Folge habe ich gesagt, wer ein Optionssystem zum ersten Januar starten will muss das Angebot Ende September rausschicken.

00:11:31: Den Gesetzeswort laut habe ich richtig zitiert – mindestens drei Monate vor der ersten Fälligkeit des umzuwandelnden Entgels.

00:11:39: in Textform Die Rechnung darunter war zu grob.

00:11:43: Wo hagt es?

00:11:45: Bei dem Wort Fälligkeit.

00:11:47: Die Frist hängt nicht am Kalendermonat, sondern daran wann das Entgelt tatsächlich fällig wird.

00:11:53: Wer nachschüssig abrechnet – der gesetzliche Regelfall – bei dem wir das Januarentgeld Ende Januar fälligen.

00:12:01: Dann läuft die Frist bis Ende Oktober, nicht bis Ende September.

00:12:05: Also war deine Zahl falsch!

00:12:08: Sie war ein Monat zu früh Immerhin in die richtige Richtung.

00:12:11: Wer meiner Rechnung gefolgt ist, hat nichts versäumt sondern einen Monat Puffer verschenkt.

00:12:17: Trotzdem gehört die Zahl aus dem eigenen Entgeltlauf und nicht aus einem

00:12:21: Podcast.".

00:12:22: Du hast für diese Folge noch etwas anderes gesucht.

00:12:26: Zahlen dazu wie viele Unternehmen zum Januar ein Optionssystem starten?

00:12:31: Es gibt keine – Nicht bei der ABA, nicht bei den Beratungshäusern in keiner Marktumfrage!

00:12:37: Wie oft der Weg genutzt wird, weiß öffentlich niemand.

00:12:40: Dann die Fragen aus dem Maschinenraum.

00:12:43: Erste Frage an den Vorstand Müssen wir beim Preis mitgehen?

00:12:48: Beim Standarddepot nähert sich der Preis als Differenzierungsmerkmal bereits null.

00:12:53: Es ist keine Positionierung mehr sondern eine Eintrittskarte.

00:12:58: Das Feld auf dem noch niemand steht ist die Auszahlungsphase.

00:13:03: Dort gibt es keinen Vergleichspreis, weil es kein Angebot gibt.

00:13:07: Zweite Frage an den Makler Ein Arbeitgeber fragt nach OptingOut für Januar.

00:13:13: Ist der Zug abgefahren?

00:13:15: Nein!

00:13:15: Aber die erste Frage ist nicht das Produkt sondern wann sein Entgeld fällig wird.

00:13:20: Die zweite ob es einen Betriebs- oder Personalrat gibt.

00:13:24: Ohne den gibt es den Weg über Absatz drei nicht.

00:13:28: Dritte Frage an die IT Das BSI hat am zehnten September ein Papier zu erklärbarer künstlicher Intelligenz veröffentlicht.

00:13:37: Ändert das etwas?

00:13:39: An der Pflicht nichts, an einer Annahme viel!

00:13:43: Erklärbarkeit erhöht Vertrauen und schafft neue Angriffsmöglichkeiten – weil Erklärungen Informationen über das Modellpreis geben.

00:13:51: Transparenz ist keine Größe die man einfach maximiert.

00:13:55: Die Fundstellen dazu stehen am Donnerstag im Newsletter.

00:13:58: Wenn jemand diese Woche nur eine Sache ändern kann, welche?

00:14:03: Die Stornohaftung.

00:14:05: Weil das die einzige der drei Baustellen ist bei der man später nicht nachbessern kann.

00:14:10: Ein Provisionmodell, dass ab Januar läuft hängt an Verträgen mit dem Vertrieb.

00:14:15: Wer das im Dezember nochmal aufmacht verhandelt gegen die eigene Organisation

00:14:20: Und die anderen beiden.

00:14:21: Das Angebotsdatum fürs Optionssystem kostet zehn Minuten in der Entgelterbrechnung Aber eben zehn Minuten, die jemand machen muss.

00:14:29: Und beim Sozialpartner-Dialog ist es simpel.

00:14:32: Wer im September nichts sagt, kommentiert am achten Oktober ein Papier statt es zu schreiben.

00:14:42: Mit den Fundstellen dazu.

00:14:44: hier reicht die Reihenfolge An Pensionskassen, Pensionsfonds und Versorgungseinrichtungen.

00:14:52: Habt ihr zu den zwei Prozentpunkten eine eigene Position formuliert?

00:14:56: Oder wartet ihr auf dem Verband?

00:14:59: Vierzig Häuser haben am achtundzwanzigsten August nicht gewartet.

00:15:03: Schreibt mir, wenn ihr dazu gehört oder wenn ihr bewusst nicht dazugehört – das interessiert mich

00:15:08: genauso.".

00:15:09: Diese Folge kommt zwanzig Tage nach der letzten, nicht vierzehn.

00:15:14: Der Newsletter folgt am Donnerstag mit Grafiken und den Primärquellen.

00:15:18: Das war Folge zehn Regulatorik und Realität.

00:15:22: Regulaturik aus dem Maschinenraum.

00:15:26: Regulatorik und realität, alle vor zehn Tage.

00:15:31: Beide Stimmen dieser Folge sind KI generiert und bewusst gekennzeichnet.

00:15:35: Den Newsletter gibt's gleichnamlich auf LinkedIn.

00:15:38: die neue Ausgabe am Donnerstag!

00:15:40: Danke fürs Zuhören – bis zum nächsten Mal.

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